Vermischtes
Geschäftskarten aus der Sammlung Kurt Weidemann
Kurt Weidemann, der bekannte Grafikdesigner, Typograf und Autor, ist passionierter Sammler von Steingravuren und Chromolithographien (Farbsteindrucken) aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vom 24. Februar bis zum 24. April ist diese Miniaturensammlung von Geschäfts- und Visitenkarten in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais zu sehen.

Die Ausstellung wird am Dienstag, 23. Februar, um 19 Uhr mit einem Gespräch zwischen dem Kurator Dr. Tilman Osterwold und Kurt Weidemann eröffnet.

Die Stadtbücherei zeigt rund 600 steingravierte und chromolithographierte Besuchs- und Geschäftskarten. Sie stammen größtenteils aus Belgien und sind zwischen 1820 und 1850 entstanden – in der Blütezeit der Lithographie. Die Formate reichen von der Größe einer Briefmarke bis über Briefbogengröße hinaus. Es sind Karten aller Berufssparten – vom Weinhändler bis zum Optiker, vom Hutmacher bis zum Haarkünstler, vom Karosseriebauer bis zum Seifenfabrikanten. Großformatige Karten wurden zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Bällen und Preisverleihungen herausgegeben. Die Steingravuren schillern in den schönsten Metallfarben. Die Chromolithographien wurden zum Teil von acht und mehr Steinen passgenau zusammengedruckt und sorgfältig beschnitten.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Gabriele und Tilman Osterwold.

Der Typograf Kurt Weidemann zählt zu den wichtigen Schriftgestaltern des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1922 in Masuren geboren. Nach Kriegsdienst und russischer Gefangenschaft machte Kurt Weidemann von 1950 bis 1953 eine Schriftsetzerlehre. Von 1953 bis 1955 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Bereits als Student eröffnete er ein eigenes Büro und gestaltete Briefpapiere und Logos für Firmen. 1964 wurde Kurt Weidemann Professor an der Akademie in Stuttgart, wo er bis 1983 lehrte. Daneben war er freiberuflich als Buchgestalter für verschiedene Verlage tätig, darunter der Klett-Verlag und Ullstein, zudem als Gebrauchsgrafiker und Werbeberater.

1983 war Kurt Weidemann Gründungsmitglied der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Koblenz, wo er bis 1993 verbale und visuelle Kommunikation lehrte. Kurt Weidemann entwickelte die Erscheinungsbilder für Firmen wie Coop, Zeiss, Shell, Merck, Deutsche Bahn, Porsche und Aerospace. Ab 1987 war Kurt Weidemann Berater für die Corporate Identity bei Daimler-Benz. Für Daimler-Benz entwarf Kurt Weidemann auch die Schriften Corporate A-S-E, die als Hausschriften des Konzerns verwendet werden.

1979 gestaltete er zudem für die Deutsche Bibelgesellschaft die Schrift Biblica, später umbenannt in ITC Weidemann. Von 1991 bis 2000 lehrte Kurt Weidemann an der Hochschule für Gestaltung des Zentrums für Kunst- und Medientechnik (ZKM) in Karlsruhe.





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Quelle: Pressemitteilung Stadt Stuttgart / 10.02.2010

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