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Prognos-Studie zur Initiative Kinderfreundliches Stuttgart
Der Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart hat vor fünf Jahren beim Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos eine Langzeitstudie über die Entwicklung Stuttgarts zur kinderfreundlichen Großstadt in Auftrag gegeben.

Nach der Basismessung von 2005 und einer ersten Auswertungsmessung 2007 wurden heute die Ergebnisse der Ergebnisse von 2009 präsentiert. Die Studie untersucht anhand ausgewählter Indikatoren den Erfolg der Initiativen und Maßnahmen, die im Rahmen der Initiative „Kinderfreundliches Stuttgart“ eingeleitet wurden.

„Wir wollen in unserer Stadt Kindern und Eltern bestmögliche Bedingungen bieten“, so Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster. „Dafür haben wir gemeinsam mit Eltern und Fachleuten ganz konkrete, messbare Ziele entwickelt und in einem Arbeitsprogramm festgeschrieben. Um sicherzustellen, dass dieses Arbeitsprogramm nachhaltig umgesetzt wird, unterziehen wir uns einer langfristigen Qualitätskontrolle, die mit Prognos von einem unabhängigen Institut durchgeführt wird. Für diesen zielorientierten Ansatz bin ich dem Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart und insbesondere Herrn Dr. von Holtzbrinck sehr dankbar.“

Arbeitsprogramm mit drei Handlungsfeldern

Untersucht wird die Entwicklung innerhalb der drei großen Handlungsfelder Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung und Bildung für alle Kinder sowie Wohnraum für Familien und Freiräume für Kinder. Innerhalb dieser Handlungsfelder werden die Maßnahmen nach verschiedenen Kriterien bewertet: die Entwicklung gegenüber 2007, den Stand der Umsetzung sowie die überregionale „Leuchtturmfunktion“ von Angeboten. Die Arbeit der Kinderbeauftragten wird gesondert bewertet.

Handlungsfeld 1: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Äußerst positiv bewertet die Studie den Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Insgesamt konnten 2009 4.042 Betreuungsplätze angeboten und so eine Betreuungsquote von 26 Prozent erreicht werden. Damit liegt Stuttgart laut Studie über dem Niveau anderer deutscher Großstädte. Im Vergleich zu 2007 wurden weitere 690 Plätze geschaffen, davon 660 in Tageseinrichtungen. Positiv bewertet wird auch der konstante Ausbau von Ganztagesangeboten in Kindergärten für Kinder ab drei Jahren. Hier wurden seit 2007 weitere 588 Plätze geschaffen, sodass hier derzeit 5.563 Plätze zur Verfügung stehen. Die Zahl der Ganztagesplätze stieg so von 31 Prozent (2007) auf 37 Prozent. „Trotz dieser Bemühungen wissen wir, dass der Bedarf noch nicht zufriedenstellend gedeckt ist. Das wird für die nächsten Jahre weiterhin eine dringende Aufgabe sein“, so Schuster. Deshalb ist im Doppelhaushalt vorgesehen: Kinderbetreuung zum Haushaltsplan 2010/2011 wurden 46,5 Millionen Investitionsmittel für neue Kindertagesstätten bzw. Sanierungen mit Platzgewinn zur Verfügung gestellt. Diese Investitionen haben Folgekosten von 28 Millionen Betriebskosten. Damit können: 1.201 Plätze im 0-3 jährigen Bereich, 591 Plätze im 3-6 jährigen Bereich und 154 Bereich im 6-10 jährigen Bereich geschaffen werden.

Handlungsfeld 2: Förderung und Bildung für alle Kinder

Als herausragende Entwicklung werden die Sprachstandmessungen bei allen Vorschulkindern gesehen. So konnte laut Prognos die Untersuchung der Sprachfähigkeit flächendeckend in allen Tageseinrichtungen für Kinder bis sechs Jahren eingeführt werden. Als positiv wird auch die Entwicklung der Sprachförderprojekte genannt. So stieg die Zahl geförderter Kinder durch städtische Sprachfördermaßnahmen seit 2005 von 761 auf 3152. Als Erfolg wird zudem der Ausbau der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen gesehen. So bieten mittlerweile 45 Grundschulen eine solche Nachmittagsbetreuung an, dies entspricht 63 Prozent. Mit fünf von fünf Punkten bewertet die Studie die Ganztagesangebote durch außerschulische Bildung. Die außerschulischen Kooperationen konnten seit 2007 nahezu verdoppelt werden, derzeit sind 90 Schulen beteiligt. Laut Studie wurde so „die Zielsetzung, dass mehr Schulen das Konzept aufgreifen und zielstrebig umsetzen, erreicht.“

„Ich freue mich, dass unsere Bildungsanstrengungen bereits so gut umgesetzt wurden. Dafür danke ich allen, die daran mitwirken, besonders dem Stuttgarter Gemeinderat, der mit großem Engagement und konstruktiven Vorschlägen gemeinsam mit freien Trägern, Kirchen, Schulen, Jugendverbänden das Programm der Stuttgarter Bildungspartnerschaft unterstützen.“

Handlungsfeld 3: Wohnraum für Familien und Freiräume für Kinder

Nachdem alle übrigen Handlungsfelder uneingeschränkt positiv bewertet werden, wird die Entwicklung beim Wohnraum für Familien kritisch gesehen. Die Zahl der geförderten Wohneinheiten durch das städtische Familienbauprogramm konnte zwar von 150 (2005) auf 192 (2009) gesteigert werden, die Zahl der geförderten Wohneinheiten im Programm „Preiswertes Wohneigentum“ hat jedoch wieder abgenommen. Laut Prognos wird „die Förderung von jährlich ca. 400 Wohneinheiten entsprechend der Zielsetzung des Arbeitsprogramms damit deutlich verfehlt. Hintergrund dieser Entwicklung ist vor allem, dass für das Programm „Preiswertes Wohneigentum“ keine städtischen Grundstücke mehr vorhanden sind, auf denen das Programm verwirklicht werden kann.

Positiv im Bereich der Freiflächen wird die Zahl der zum Spielen freigegebenen Schulhöfe gesehen. Mit der Öffnung der 126 Schulhöfe zum Spielen von insgesamt 139 städtischen Schulanlagen seien, so Prognos, die Möglichkeiten erschöpft.

Aufgaben der Kinderbeauftragten

Die Arbeit der Kinderbeauftragten wird mit großem Erfolg gewürdigt. So habe „die Verwaltung mit der Einrichtung und Positionierung beim Oberbürgermeister bundesweit eine Vorreiterfunktion übernommen und damit ein Zeichen in die Bürgerschaft und darüber hinaus gesetzt. Ohne die Funktion der Kinderbeauftragten wäre diese positive Entwicklung im Richtung kinderfreundliche Stadt so nicht möglich gewesen.“ „Kinderfreundlichkeit ist ein zentrales Thema in der Stadt geworden“, so der OB. „Nie zuvor haben sich auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit solcher Intensität für die Kinder engagiert, was sich insbesondere in den vielfältigen Aktivitäten des Kuratoriums und des Vereins Kinderfreundliches Stuttgart niederschlägt.“

Vorbildliche Projekte

Als vorbildliche Projekte und Initiativen nennt Prognos das Europäische Netzwerk Cities for Children, den Stuttgarter Kindertaler, die Kids Week sowie die Initiative „Gesundes Pausenfrühstück – Vitamine für Stuttgarts Schüler“.

„Um den internationalen Austausch zu fördern, habe ich gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung, dem Europarat und dem Rat der Gemeinden und Regionen Europas das europäische Städtenetzwerk initiiert. Über 50 Großstädte aus 25 Ländern wirken bereits heute darin mit. Der 2009 in diesem Rahmen erstmals verliehene Award of Excellence „City for Children“ würdigt herausragende Beispiele von Kinderfreundlichkeit europäischer Großstädte und bietet für viele Städte ein Plattform für den Austausch für best practice Beispiele.“





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Quelle: Pressemitteilung Stadt Stuttgart / 15.03.2010

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