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Schlammentwässerungsanlage für das Klärwerk Möhringen
Der Bürgermeister für Technik, Dirk Thürnau, der Leiter des Tiefbauamts und Erster Betriebsleiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Stuttgart, Wolfgang Schanz, und Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann haben am Montag, 14. Juni, die neue Schlammentwässerungsanlage im Klärwerk Stuttgart-Möhringen offiziell in Betrieb genommen.
Das Klärwerk Möhringen ist eines von vier Klärwerken der Stadt Stuttgart. Hier wird häusliches und gewerbliches Abwasser der Stadtteile Möhringen und Vaihingen sowie aus Teilen der Stadt Leinfelden-Echterdingen gereinigt. Die neue Schlammentwässerungsanlage in unmittelbarer Nähe zu den beiden Faulbehältern und dem Filtratwasserspeicher mit einem Investitionsvolumen von 4,7 Millionen Euro ersetzt die über 30 Jahre alte Schlammentwässerung, die sich als einziges Bauwerk am gegenüberliegenden Ufer der Körsch befindet.

Wegen der Nähe zur Wohnbebauung wurde besonderer Wert auf die architektonische Gestaltung des Gebäudes gelegt. Dessen Stil passt sich den in den letzten Jahren erstellten Bauwerken, zum Beispiel Rechen- und Sandfanganlage sowie Brennstoffzellengebäude, an. Das eingeschossige Bauwerk fügt sich unauffällig und in dezenter Optik in die Gesamtanlage ein. Die Umgebung wird außerdem vor Geräusch- und Geruchsimmissionen geschützt.

Durch den neuen Standort werden die betrieblichen Wege zwischen Schlammfaulung und -behandlung verkürzt. Es wurde eine moderne Ausrüstung installiert, die den aktuellen betrieblichen Erfordernissen flexibel angepasst werden kann.

Die neue Schlammentwässerungsanlage ist für einen maximalen Durchsatz von 240 Kubikmetern Klärschlamm pro Tag ausgelegt. Die Entwässerung übernehmen zwei Zentrifugen. Der ausgefaulte Schlamm wird zunächst zum neuen Entwässerungsgebäude befördert, wo zwei Dünnschlammpumpen die beiden Zentrifugen jeweils mit einem konstanten Förderdruck beschicken. Durch die zweistraßige Ausführung der Zentrifugen kann auch bei Revisionsarbeiten die Entwässerung sichergestellt werden. Mit der neuen Anlage wird ein 24-Stunden-Betrieb mit einer Durchsatzleistung pro Zentrifuge von etwa zehn Kubikmetern pro Stunde sichergestellt. Es sind jedoch auch kürzere Betriebszeiten möglich.

Der entwässerte Schlamm wird mittels einer Druckleitung dem neuen Schlammsilo zugeführt. Die Speicherkapazität beträgt 100 Kubikmeter, was dem Schlammanfall von drei bis vier Tagen entspricht. Durch diese Zwischenlagerung ist ein wirtschaftlicher Transport des Reststoffs zum Hauptklärwerk Mühlhausen möglich. Die Reststoffe des Klärwerks Möhringen werden dort in der Wirbelschichtverbrennungsanlage thermisch verwertet. Seit Mitte des Jahres 2007 kann dort im Wirbelschichtofen 3 der anfallende Klärschlamm umweltfreundlich entsorgt werden. Die dabei entstehende Wärme wird in das Nahwärmeverbundnetz des Hauptklärwerks eingespeist. Zudem produziert eine Dampfturbine elektrischen Strom.

Durch die Verlagerung der neuen Schlammentwässerungsanlage entsteht eine räumlich kompakte Einheit aus Schlammfaulung und -behandlung, was betriebliche Vorteile hat. Das bisherige Gelände der Schlammentwässerung wird samt Betriebsgebäude zurückgebaut.



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